KUNST

Die Auseinandersetzung des Glaubens mit Kunst der Gegenwart ist einer der Eckpfeiler der Gemeinde Sankt Ruprecht. Interventionen zeitgenössischer Künstler*innen sind regelmäßig zu Gast in St. Ruprecht und setzen wichtige Impulse für die Gemeinde.

ab 1. November 2022

EINE BRÜCKE ÜBER DEN WOGEN DER TRÄUME –
GEDACHT ALS REQUIEM FÜR MURASAKI SHIKIBU

– geschaffen 1985-1987 für Murasaki, die im Japan der späten Heian-Zeit, ca. 1050 unserer Zeitrechnung, zu Heian-Kyo, dem heutigen Kyoto als Kaiserliche Hofdame lebte, und mit ihrem Genji Monogatari Literaturgeschichte schrieb. Friedemann der Teppichweber schuf zahlreiche oft großflächige, abstrakte Teppiche, die er, zu thematischen Serien gebündelt, mit poetischen Titeln versah. Am Webstuhl sei er der Welt abhandengekommen, sagte er in einem Gespräch. Seit 1979 entstanden die architektonisch-geometrischen Wandteppiche ohne Entwurf. Die streng anmutenden Teppiche orientieren sich an der japanischen Teehausarchitektur während der Momoyama-Periode. Ab ca. 1984 entstehen nur noch groß angelegte Teppichzyklen von ausschließlich sakraler Thematik. Die Ästhetik der Reduktion, der Abstraktion vermittelt eine spirituelle Tiefe der Werke und des Künstlers. Die Arbeiten Friedemanns sind gewebte Meditationen, gewebte Malerei. Im Gegensatz zur Malerei bedeutet Weberei Kontemplation statt Spontaneität. Die Farbverläufe und die epische Größe der Teppiche lassen immer wieder an einen Horizont und einen Sonnenauf- oder Untergang denken.

Friedmann der Teppichweber
(Friedemann Hoflehner)

Neben zahlreichen Werkpräsentationen im eigenen Atelier
wurden seine Arbeiten in einer Vielzahl von Einzel- und
Gruppenausstellungen in Linz, Wien, Bonn, Klosterneuburg,
Baden bei Wien, Manila, Jakarta, Singapur, Bangkok und
Hongkong präsentiert. Seine Arbeiten befinden sich in
namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen und
Museen.

Leihgeber: QWIEN – Zentrum für queere Geschichte

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