Georg Kutschera, Mesner

Lieber Georg,
nun sind es 4 Jahre, dass du bei uns Mesner warst: seit 2000. Du warst das als Nachfolger von Valerie Eckermann zuerst mit Stefan Kramer, dann allein. Für mich waren das 4 gute Jahre. Als du dann mitgeteilt hast, dass du aus beruflichen Gründen diese Aufgabe nicht mehr erfüllen könntest, war das ein großer Schrecken für mich. Natürlich habe ich mich über deinen beruflichen Aufstieg (eine vierjährige Managementfortbildung an einer Fachhochschule, wozu du von deiner Firma auserwählt wurdest) sehr gefreut. Aber die Tatsache, dass diese Ausbildung sich zeitlich nicht mit der Aufgabe eines Mesners unter einen Hut bringen lässt, hat mich dann doch recht traurig gemacht.

Jede Mesnerin, jeder Mesner hat verschiedene Akzente gesetzt. Wenn ich darüber nachdenke, was deine Eigenheiten waren, fällt mir verschiedenes ein.

An erster Stelle war natürlich der normale Mesnerdienst, der von dir sorgfältig wahrgenommen wurde. Immer war das richtige Buch zur richtigen Zeit vorhanden, auch in komplizierten Liturgien, wie z.B. der Osternacht.

Sehr wichtig sind bei uns die Taufen und Hochzeiten. Viele Menschen wählen unsere Kirche für solche Anlässe. Diese Feiern werden von der Gemeinde St. Ruprecht nur am Rande wahrgenommen, sind aber natürlich für die Familien von großer Wichtigkeit: berührende Erlebnisse in entscheidenden Augenblicken des Lebens. Es sind Feiern, die dir sehr viel Arbeit gemacht haben. Nicht alle Brautleute, Taufeltern und ihre Familien waren pflegeleicht. Du hast immer versucht allen Wünschen entgegen zu kommen. In langen, verständnisvollen Gesprächen hast du dir viel Zeit dafür genommen. Ich weiß das auch, weil ich die Dankbarkeit der Leute erfahren habe.

Ein dritter, der Gemeinde St. Ruprecht noch weniger bekannter Bereich deiner Arbeit waren die Messen am Sonntagvormittag. Es wird absichtlich für diese Messe keine Werbung gemacht, weil man die Gemeinde nicht über verschiedene Messen aufteilen möchte. So ist es eine Messe für Passanten, Touristen und einige Eingeweihte geblieben: eine bescheidene Feier, ruhig und meditativ. Diese Feier ist uns beiden wichtig geworden. Und dazu auch die persönlichen Gespräche in der Sakristei und manchmal auch in der Wohnung von Frau Schefzig.

Auf eine behutsame Art hast du das alles geleistet. Dafür sind wir dir zu großem Dank verpflichtet. Einen besonderen, sehr persönlichen Dank möchte ich noch hinzufügen: für die Behutsamkeit mit der du für mich Sorge getragen hast in Stunden in denen es mir gesundheitsmäßig nicht so gut gegangen ist. Lieber Georg, wir danken dir für alles und wünschen alles Gute für deine Zukunft.

Joop Roeland

aus: FRAGMENTE 19.Jahrgang /Nr.1 / Dezember 2004

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