Zwar blüht der Feigenbaum nicht,
ohne Ernte sind die Kornfelder,
leer ist der Stall ohne Tiere.
So schaute es der Prophet Habakuk.
Aber in seinem Wort
starb die Hoffnung nicht.
In seinem Wort blieb Hoffnung
ein schneller Freudenbote.
Noch frieren die Gedichte in der Nacht
noch sind die Fragen ohne Antwort
in sprachloser Winterszeit,
noch sind die Menschen nicht genannt, namenlos:
aber leise wird die Winterzeit vergehen.
Früh am Morgen
wird eine Frau im Obstgarten
eine Fragende sein,
eine Genannte, eine Angesprochene,
eine mit Namen Bezeichnete.
Ein Gärtner wird zeigen
wo Ostern Knospen treibt
und Frühlingsblüten die sagen:
der Gekreuzigte ist auferstanden,
und sagen:
neuer Geist erfüllt dein Herz.
aus: FRAGMENTE 18.Jahrgang /Nr.3/ Mai 2004