
Hl.Rupert um 1370
Erlenholz, Rückseite ausgehöhlt, unteres Figurendrittel ist rückseitig mit Tannenholz überlappend angepaßt und verdübelt. Attribut in der linken Hand und Stabunterteil fehlen, polychrome Fassung (fragmentiert). H 105 cm. B 35 cm. T 28 cm.
Die aus der Ruprechtskirche in Wien stammende Skulptur zeigt den hl. Rupert in streng frontaler Ausrichtung mit dem Bischofsstab in der Rechten und flach ausgestreckter Linken, in der er ursprünglich sehr wahrscheinlich ein Buch hielt. Über der nur wenig differenziert behandelten Albe trägt der Heilige eine Kasel mit weit geschnittenem Stehkragen. Durch die angewinkelten Arme sind am vorne herabhängenden Teil der Kasel vier symmetrische runde Faltenschwünge ausgebildet. An der sehr blockhaft aufgefaßten Skulptur tritt die Anatomie des Körpers fast überhaupt nicht in Erscheinung: auch den aus dem Gewand vorgestreckten Händen fehlen eigentlich die Arme. Voll ausgebildet und entsprechend dominant ist das Haupt des Heiligen ausgeführt, das durch die fülligen Haarlocken seitlich gleichsam gerahmt erscheint und durch die aufgesetzte Mitra zusätzlich betont wird.
Ausstellungskatalog Hl. Rupert von Salzburg 1996aus: FRAGMENTE 12.Jahrgang /Nr.1a / im Winter 1997