Kirchenrektor Anton Mauß schreibt am 30. 8. 1916 in die Pfarrchronik:
„Der Krieg wütet nunmehr schon im dritten Jahr. Im Inneren eine immer größer werdende Hungersnot. Das Kalbfleisch kostet 12 Kronen pro Kilo, Schweinernes 14 Kronen! Es sind ganz entsetzliche Zustände. Förmlich anarchistische Zustände unter den Geschäftsleuten. Horrende Preise werden von ihnen verlangt. Für meine Gastkinder kriege ich zu Nicolo und zu Weihnachten nichts zu kaufen.
In allen Kirchen werden die Glocken heruntergenommen oder zerschlagen, überall zwei Drittel der noch vorhandenen. Man war auch schon bei mir, hab' jedoch versichert, daß ich nur durch Gewalt die Glocken wegnehmen lasse....”
![]() Wir haben nach Angaben der Fa. Grassmayr vom 2. 4. 1992 folgende Glocken:
Vor langer Zeit, als man noch kein Gewinde kannte, wurden die beiden älteren Glocken gegossen. Ihre Aufhängung ist noch im Original vorhanden. Der Schlagring ist schon zur Hälfte ausgeschlagen. Der Glockensachverständige Sepp Österreicher schätzt die zwei inschriftlosen Glocken auf 600 bis 1000 Jahre. Sie sind somit zwei der ältesten Glocken Wiens. Es sind Septimglocken, wie man an ihrer Form erkennen kann. Das Glockengestühl wurde im Krieg mit Wasserglas gegen die Brandgefahr gestrichen. |
Agnes Pintar
aus: FRAGMENTE 6.Jahrgang / Nr.3 / Pfingsten 1992