Lange Nacht der Kirchen 2008

„Der Geruchssinn ist ein eigentümliches Sehvermögen” meint Fernando Pessoa, der dieses Jahr die Lange Nacht der Kirchen in einer zeitweilig überquellenden Ruprechtskirche ausklingen ließ.

Die widersprüchlichen, poetischen geschichten aus Pessoas „Buch der Unruhe” und die ruhig, getragenen, dann wieder aufreizend schrägen musikalischen Zwiegespräche der beiden Musiker Martin Seidl (Klavier) und Hannes Ziegler (Blockflöte und Krummhorn) zwischen den Texten, machten diese Lesung nicht nur zu einem besonderen Hörvergnügen sondern streiften bisweilen sowohl beim gespannt horchenden Publikum als auch den Lesern (LektorInnen der Gemeinde St. Ruprecht) alle erdenklichen Sinne.

Ergänzt hat den Ausflug ins Reich der Sinne ein Hineinschnuppern in die liturgische Musik der Gemeinde St. Ruprecht ebenso, wie der gewohnt kontrovers erlebte Hörgenuss der Alten und Neuen Musik. Gebet und Meditation der Gruppen Sant´Egidio und Taizé, lang beheimatete Gäste in St. Ruprecht, gaben der Seele breiten Raum.

Bei der Vorstellung der malerisch gewandeten Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem gab es, neben interessanter Information über viele ihrer Projekte, nicht nur für den Geist sondern auch fürs Auge genug Nahrung.

„Die Lange Nacht der Kirchen ist ein eigentümlich kurzer, aber immer wieder beeindruckender Abriss eines der vielen Bilder unserer Kirche.” meint

Manfred Pintar

aus: FRAGMENTE 22.Jahrgang /Nr.3 / Juni 2008

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