Reif für die Insel?

Fast schon am Sommerurlaubsbeginn noch schnell die Fragmente einer Gemeinde. Was war da nicht alles. So manch ein Kamel (also jemand die/der Gemeindeleben von Kar- und Ostertagen, Gemeindetag über die Lange Nacht der Kirchen bis zur Firmung und Firmvorbereitung mitgestaltet und getragen hat) oder ein Schmetterling, die/der nur ganz geflissentlich jeden Samstag und bei den Festen in St. Ruprecht eingeflogen kam, könnte sich reif für die Insel fühlen. Doch wenn die Insel klein ist, wie das die sprichwörtliche voraussetzt, ist das weder ein Erholungsort für Kamel, noch für Schmetterlinge.

Bist reif für die Firmung? Haben sich unsere Firmlinge neulich ganz fiktiv auf der Mariahilfer Straße gefragt. Jetzt sind sie jedenfalls reif für das Christ-Sein – christlich erwachsen also. Ob sie das wirklich schon sein wollen? Sie haben jedenfalls ein ganzes Leben Zeit, es zu werden. Und wir wünschen ihnen, dass sie das dazwischen nicht vergessen oder nicht nicht mehr wollen.

Reif wäre der Endzustand des Wachsens. Eine Frucht, die reifer als reif ist, hat ihre Vollkommenheit schon hinter sich. Schön wäre es, würde der Gemeindtag zum Reifen bei(ge)tragen (haben), auf dass wir die Reife, die Vollkommenheit niemals erreichen und noch wachsen können.

Reif um zu hören und zu sehen musste man sein, um die Lange Nacht der Kirchen in St. Ruprecht zu genießen. Ich habe mir sagen lassen, noch am nächsten Tag konnte man mit dem Geruchssinn die volle Ruprechtskirche sehen. Ob Fernando Pessoa das im Sinn hatte?

Den Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Leitungsteams ist es jedenfalls ernst, ihr Sinn darauf gerichtet. Es ist gut und zeigt die Reife der Gemeinde, wenn sich mehr zu Wählende finden als gewählt werden können.

Danach also ist man reif für die Insel oder zumindest für einige lange augenblicke inmitten goldgelber Butterblumen. Wer Passagen seiner Sommerzeit in Wien verbringen darf oder muss, ist jeden Samstag eingeladen St. Ruprecht zu seiner/ihrer Insel werden zu lassen. Gespräche mit Jesus erwarten uns dort. So oder so wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer

P. Gernot Wisser SJ

aus: FRAGMENTE 22.Jahrgang /Nr.3 / Juni 2008

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