Es gibt eine Zeit des Fliegens und eine Zeit der Erdung, eine Zeit zu träumen und eine Zeit wach den Realitäten des Alltags zu begegnen und sich doch von ihnen nicht unterkriegen zu lassen.
Was also ist aus den Visionen der beiden Gemeindetage im Jänner und Mai 2006 geworden? Nüchtern darauf zu schauen soll doch nicht zur Ernüchterung führen oder gar zur Resignation. Visionen werden wir nie (ganz) einholen können, da wären sie keine Visionen mehr, und doch sollen sie unseren Alltag verändern. Was brauchen wir, dass wir Visionen im Alltag leben können? Schmetterlinge sind schön, gerade auch dann, wenn sie im Bauch kribbeln und deshalb Verliebtheit anzeigen. Verliebt in neue Ideen, in pastorale Entwürfe, in ein lebendiges Gemeindeleben sollen wir alle sein, doch braucht es wohl auch die Kamele, die Lasttiere, die tragen, die sicherstellen, dass das Gemeindeleben auch aufrecht bleibt, die vielen kleinen und großen Dienste getan werden. Kamele müssen nicht fliegen lernen und Schmetterlinge auch nicht tragen, aber vielleicht träumen wir davon, dass sich Schmetterlinge als Kamele entpuppen...
Am Gemeindetag, am 14.Oktober wollen wir uns dem unter dem Motto „Gemeinde St. Ruprecht - Visionen im Alltag leben” stellen. Ich lade recht herzlich alle Schmetterlinge und Kamele ein, alle, denen St. Ruprecht und die Gemeinde am Herzen liegt. Bernard Ndouga liegt der Dialog Nord-Süd am Herzen. Er hat uns einen Bericht vom DINOS geschickt. In den Sommermonaten waren viele Predigten von den Gedanken Luise Schottroffs geprägt. Elisabeth Hellmich hat uns persönliche Anmerkungen zu dieser Theologin geschrieben. Hannes Hochmeister schreibt uns von der Schwierigkeit in den vielen Sternschnuppen des griechischen Himmels im August bereits den Weihnachtsstern und damit die konkreten Adventslesungstexte auszumachen. Doch dürfen wir der ahnungsvollen Gewissheit der Kinder (in uns) vertrauen und die Termine bereits in unseren Kalender eintragen. Weihnachten kommt bestimmt und mit ihm die musikalischen Adventlesungen.
P. Gernot Wisser SJaus: FRAGMENTE 21.Jahrgang /Nr.4 / September 2007