BRIEFE

Als die Fax-Geräte aufkamen hat ein Mitbruder von mir erklärt, er würde das Gerät abends immer ausschalten, weil er nicht einsieht, warum er auch nachts mit Briefen überflutet werden soll. SMS und E-Mails sind längst guter/schlechter Standard. Heute können wir uns von den Junk-E-Mails nicht erwehren und verbringen täglich viel Zeit unerbetene, unerwünschte Nachrichten zu löschen bzw. die wichtigen aber verirrten E-mails herauszusuchen - aber auch die sind kurzlebig. Die Kultur des Briefeschreibens, vielleicht gar in kalligraphischer Form, findet man immer seltener.

Wir haben in diesen Fragmenten Briefe unserer „Altpfarrer”. P. Gabriel aus unserer Partnergemeinde in Peru schrieb uns, und Joop Roeland hat auf Einladung des Liturgiekreises der Ruprechtsgemeinde einen Brief geschrieben, so wie Paulus der Gemeinde von Thessalonich einen Brief schrieb, als er von Timotheus Nachricht über ihr Gemeindeleben bekam. Der Brief von Joop wurde dann im Rahmen der Liturgie verlesen.

Prophetische Briefe sind Nahrung des Geistes und der Seele. So können wir die Paulusbriefe, die an andere Gemeinden gerichtet waren, genauso lesen und auf uns beziehen, wie den uns geschriebenen Joopbrief. Briefe sind nachhaltig und werden offensichtlich nicht so beiseitegelegt wie Buch und Zeitung von Nikodema und Nikodemus. In Abwandlung von Hannes Hochmeisters Beitrag zur Pfingstnovene „Der Geist: zu Buchstaben geformt, trocken haltbar und erquickend über Jahre”.

P. Gernot Wisser SJ

aus: FRAGMENTE 21.Jahrgang /Nr.3 / Mai 2007

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