Die Erzählungen von Haruki Murakami, dem erfolgreichen japanischen Autor, dessen Romane gern im Westen gelesen werden, sind ein guter Einstieg in seine faszinierenden und fordernden Wirklichkeiten, die mehr als doppelbödig sind. Elisabeth Hellmich hat aus den drei Erzählbänden Murakamis einfachere, weil auch kürzere Geschichten ausgewählt. Ein jungverheirateter Mann, ein Teenager und eine ins Alter kommende Ärztin sind jeweils existenziellen Situationen ausgesetzt. Hunger und Ausgrenzung wollen gestillt und überwunden werden, was zu setzt. prekären, mal aktiven, mal passiven Strategien führt. Mit der Kinderlosigkeit und den Folgen des lebenslangen Haderns muss die dritte Protagonistin zu Rande kommen. Die Musik an den Leseabenden wird von Musikern aus St. Ruprecht beigetragen. Allein am letzten Abend wird Murakamis Leidenschaft für den Jazz Rechnung getragen. Deshalb kommt Christian Hochmeister, über viele Jahre in St. Ruprecht, mit Freunden und einigen Jazzstandards in den, wenn auch selten, so doch jazzerprobten Kirchenraum. Für die „Lesung für Kinder“ am 8. Dezember konnte kein Murakami gefunden werden. Aber die Geschichte von Marie-Luise Kaschnitz passt mit ihrer wohltuenden Wunderlichkeit gut in die Reihe.
Es liest: Alexander Thorwartl
Es musiziert: Martin Seidl (Klavier)
Musik von Richard Wagner
Es liest: Manfred Pintar
Es musiziert: Thomas Klebel (Violoncello)
Suite Nr. 3 C-Dur für Violoncello solo
(Allemande, Sarabande und Pourrée) von Johann Sebastian Bach
Es liest: Veronika Wicke
Es musizieren: Christian Hochmeister (Saxophon, Klarinette),
Gerhard Köck (Gitarre), Georg Schmelzer (Bass)
Jazzstandards
Es liest: Hannes Hochmeister
Es musizieren: Wilhelm Klebel (Violine),Benjamin Klebel (Violine)
Aus den Kanonischen Sonaten (Allegro, Allegro assai) von Georg Philipp Telemann
aus: FRAGMENTE 21.Jahrgang /Nr.1 / Dezember 2006