„Hört ihr nicht,
wie die Zeit vergeht?”
So hat einer gesungen,
der aus den Bergen kam.
Das Vergehen der Zeit
ist hörbar im Tal der Gegenwart.
Die Geräusche von gestern
sind uns abhanden gekommen:
die Geräusche
einer lärmenden Heizung
und einer falschen Orgel,
abgebrochen die Orgel,
gestorben der Spieler.
Geliebte Stimmen,
die verstummt sind,
und Lieder, vergessen,
nie mehr gesungen.
Manches aber ist doch
In unserem Herzen aufbewahrt,
hörbar in diesem
Museum der verlorenen Klänge.
Manchmal kommen wir zusammen
und erinnern uns.
Vergangenheit klingt auf
und wird Zukunftsmusik.
aus: FRAGMENTE 20.Jahrgang /Nr.4 / September 2006