21 Kinder (Anna, Anton, Benjamin, Bianca, Busayo, David, Elias, Geri, Jakob, Jan, Jeremia, Jona, Laurenz, Lisa, Lukas, Noel, Paul, Samuel, Sara, Sophia, Tanja, und Valentin) und 15 Erwachsene (Cäcilia, Christian, Eveline, Georg, Hannes, Hansi, Kai, Lisa, Marion, Martin, Pepi, Renate, Sigrid, Ursula und Veronika) waren heuer dabei bei der Gemeindewoche in Ernstbrunn von 6. - 13. August 2006. Die Essenzeiten haben unsere Tage im Ferienheim Janua Vitae in Ernstbrunn strukturiert - Frühstück zwischen 8 und 9 Uhr; Mittagessen, Jause und Abendessen jeweils angekündigt von Glockengeläute, das die Kinder sofort aus jeglicher Aktivität in den Speisesaal stürmen ließ - schließlich haben uns die beiden Schwestern und die Köchin mit Hausmannskost, wie Kinder sie lieben, bestens versorgt.
Zwischen den Mahlzeiten war viel Zeit für gemeinsame Aktivitäten aller Art: Am attraktivsten für die Kinder war auch heuer der Swimmingpool - obwohl Wasser und meist auch die Luft eigentlich zu kalt für echtes Badevergnügen waren, hielt das die meisten Kinder und auch einige abgehärtete Erwachsene nicht ab, jeden Sonnenstrahl in dieser Woche zum Baden, Springen und Schwimmen zu nützen. Und weil die Sonne außer am Montag jeden Tag zumindest einmal schien, war auch fast jeden Tag Baden angesagt.
Als es sich gleich am Ankunftstag mit einem heftigen Gewitter „einregnete”, war das noch kein Hindernis, nicht trotzdem draußen zu bleiben - die Kinder genossen es, in Badehosen oder auch in voller Kleidung durch den prasselnden Regen zu laufen.
Danach mussten wir aber doch gleich eineinhalb Tage Dauerregen mit Indoor- Aktivitäten überbrücken: da wurde viel gespielt - im Kinderspielraum bzw. im Kinder- und Jugendbereich unterm Dach, beim regengeschützten Wuzzler in der Einfahrt (auch bei Jan, unserem mit eineinhalb Jahren jüngsten Teilnehmer sehr beliebt!) und im geheizten Aufenthaltsraum. Dort spielten jeweils mindestens acht Kinder und Erwachsene gemeinsam oft und ausdauernd „Werwölfe”. Oder jeweils sechs Erwachsene begaben sich auf „Expedition”. Dieses spannende Brettspiel von national geographic erfordert Konzentration, strategisches Geschick und Glück, und die SpielerInnen sind stark aufeinander angewiesen, wenn sie ihre Ziele in aller Welt erreichen wollen.
Während des Regens waren wir auch kreativ: einige von uns fertigten mit Papier, Dekorkarton, Nadel, Faden und Leim wunderschöne, bunte Notizbücher an. Andere vertrieben sich die Zeit mit Lesen, Vorlesen und Zuhören oder schauten gemeinsam einen Film an.
Die Vormittage nützten wir heuer erstmals für thematische Arbeit: während die großen Mädchen unsere Jüngsten betreuten, beschäftigten wir uns mit Psalmen - jeden Tag lasen wir, angeleitet von Renate, drei Psalmen zu einem Thema in verschiedenen Übersetzungen. Daraus entstanden zum Teil sehr spannende Gespräche. Mit Gedanken daraus und den ausgewählten Psalmen bzw. ihren Vertonungen wurden dann mehrere Tage spätabends mit einem Nachtgebet in der Kapelle abgeschlossen.
Im Lauf der Woche wurde das Wetter immer besser und so konnten wir auch wieder viel Zeit im Freien verbringen: beliebt waren Tischtennis im Hof, Fußball auf der großen Wiese, die Jüngsten spielten gern in der Sandkiste, die Älteren am großzügigen Kinderspielplatz mit Klettergerüst, Rutsche, Schaukeln und „Seilbahn” oder im angrenzenden Wald.
Wer Lust auf mehr (oder andere) Bewegung hatte, wanderte allein oder zu mehrt zu Fuß in den Ort oder entlang der Felder darüber hinaus, Hansi schwang sich mehrmals auf sein Fahrrad und radelte u.a. bis Mistelbach. In der Vollmondnacht am Mittwoch war das Wetter fast perfekt für unser Lagerfeuer: von den Kindern aufgebaut, gab's wegen der Feuchtigkeit leichte Anlaufschwierigkeiten, bis es so richtig loderte. Doch nach geduldigem Warten war die Glut schließlich ideal für's Steckerlbrot-Grillen, Folienerdäpfel- und Zuckermaiskolben-Braten.
Und noch etwas gehörte heuer einfach dazu zur Ernstbrunn-Woche: der Flohwalzer. Wann immer jemand von den „mittleren” Kindern tagsüber gerade keine andere Beschäftigung hatte, übte er oder sie am Klavier im Aufenthaltsraum, einem Flügel mit gewissen Altersschwächen, Flohwalzer. Zugegeben: auch wenn so mancher Erwachsene die allzu bekannte Melodie nach sieben Tagen und unzähligen Wiederholungen kaum noch hören wollte: am Ende der Woche haben die Interpretationen der verschiedenen jungen PianistInnen schon sehr gut geklungen!
Eveline Kalmus
aus: FRAGMENTE 20.Jahrgang /Nr.4 / September 2006