
Beim Bügeln der Gewänder für die Heiligen Drei Könige ist mir so manches durch den Kopf gegangen: Was waren denn so die Highlights? - Die Kinder-Könige, die mit Feuer und Flamme ihre Sprüche gelernt haben? Die Christmette mit der Sammlung für Pater Gabriels Pfarre in Peru, die 1050 Euro ergeben hat? Oder dann das Friedensgebet mit den jungen Leuten von Sant'Egidio und Bischofsvikar Rühringer? Es waren wieder einmal hektische, aber dann auch besinnliche Stunden.
Großen Eindruck hat die Nachtkirche zu Silvester bei mir hinterlassen. Erst wollte ich nicht. Denn, wie Manfred und ich gekommen sind, da gab es schon neben der Kirche einen kleinen Brand. Die Kellner vom „Salzamt” mit den langen Schürzen haben ihn mit vier Sektkübeln voll Wasser gelöscht. Doch dann ... Es waren die Menschen, die die Ruhe brachten. Draußen die Knaller, die bengalischen Feuer. In der Kirche eine Oase der Besinnung auf die Welt von gestern, die Katastrophen und die Welt von morgen. Viele der nächtlichen Besucher verweilten lange und haben der Musik gelauscht. Gedankensplitter und Bilder sind mir durch den Kopf gegangen, Ertrunkene in Thailand und die Eselswegbilder der Kinder. Warum es so laut sein muss und warum in meiner Kindheit Mädchen nur mit Kopftuch in die Kirche gehen durften ...
Es war eine beeindruckende, eine „erfüllte” Zeit.
Agnes Pintaraus: FRAGMENTE 19.Jahrgang /Nr.2 / Februar 2005